Die Kotanalyse ist eines der wichtigsten Instrumente der Gesundheitskontrolle beim Chinchilla. Bei neu zugekauften Tieren sollte grundsätzlich eine Kotanalyse durchgeführt werden (Parasitologisch und Giardien). Auch bei Tieren mit längeren Verdauungsproblemen (Durchfall etc.) sollte evtl. eine Kotanalyse durchgeführt werden. Die normale parasitologische Untersuchung wird in der Regel als reiner Sichttest mit dem Mikroskop durchgeführt, die Giardienanalyse als sogenannter ELISA- Antigen- Test. Da Parasiten und deren Zysten nicht konstant ausgeschieden werden, sollte für eine allgemeine Kotanalyse nach Möglichkeit Kot über einen Zeitraum von 3 Tagen gesammelt werden.
Warum über 3 Tage
Dazu muss man feststellen, was für einen Test das Labor durchführt.
Sichtprobe:
Nachdem Giardien und Zysten nicht immer ausgeschieden werden, sollte dafür über 3 Tage gesammelt werden. Ist der Kot jedoch bereits weich, so liegt die Vermutung nahe, dass gerade Zysten ausgeschieden werden und dann bietet sich eine frische Probe an.
ELISA-Test:
Beim ELISA- Test wird auf den Antikörper getestet, dort sollte das Alter der Kotprobe nicht so wichtig sein.
Das Problem ist, dass ja auch auf andere Parasiten getestet wird (Kokzidien etc.) und das ist eine Sichtprobe. Für die Erreger gilt das gleiche wie für Giardien, sie werden nicht immer ausgeschieden.
Also:
Für einen reinen Giardien- Test sollte es egal sein, da im Labor sowieso ein ELISA- Test gemacht wird.
Für einen Parasitologischen + Giardien - Test sollte über mind. 3 Tage gesammelt werden, um ein sicheres Ergebnis zu bringen. macht man beide Tests zusammen, so wird bei dem Sichttest auch nach Giardien gesucht, allerdings zusätzlich noch der ELISA-Test gemacht.
Eigene Sichtkontrolle
Die Tatsache, dass die Überprüfung auf Parasiten meist mittels Sichttest im Mikroskop erfolgt, führt natürlich automatisch auch zur Frage, ob ein solcher Test nicht selbst durchgeführt werden kann. Die Kosten für eine komplette Untersuchung sind nicht gerade gering – gerade für Züchter mit einer größeren Anzahl von Tieren stellt sich diese Frage.
In den meisten Fällen wird eine eigene Kontrolle vermutlich nicht rentabel sein.
Die Sichtkontrolle selbst und die Aufbereitung der Kotanalyse sind zwar durchaus erlernbar (Abbildungen der bekannten Parasiten sind durchaus zu bekommen), allerdings setzt die Erkennung der Parasiten ein entsprechend hochwertiges Mikroskop voraus – und es benötigt einige Kotanalysen um die Kosten eines hochwertigen Mikroskops einzusparen.
Erwarten Sie nicht, mit einem Billigprodukt für 100 oder 200 EUR ein vernünftiges Ergebnis zu bekommen – mit solchen Mikroskopen werden alle Ergebnisse sehr erfreulich (da fast immer negativ – es sein denn die Anzahl der Parasiten ist extrem hoch) aber nicht besonders realistisch. Ein vernünftiges Mikroskop zeichnet sich nicht durch hohe Vergrößerungswerte aus, sondern durch eine entsprechend genaue Abbildung. Gerade ein hochwertiger Abbe-Kondensor und eine gute Beleuchtung spielen hierbei eine große Rolle.
Sollte die Selbstkontrolle für Sie dennoch von Interesse sein, so sollten Sie sich bei einer Mikroskopievereinigung in Ihrer Umgebung eingehend informieren. Versuchen sie gar nicht erst, mit einem Billigprodukt einzusteigen, so etwas ist letztendlich unnütz ausgegebenes Geld. Planen Sie von vorne herein die Anschaffung des Produktes eines vernünftigen Herstellers (Zeiss Jena, Nikon, Mikrovid, Euromex, Novex etc.).