Narkoseformen
Als Chinchillahalter mit anstehender Behandlung wird man früher oder später auf die Frage der Narkoseform treffen. Allgemein gilt die Gasnarkose als die verträglichste Variante. Leider verfügen die wenigsten Tierärzte über die entsprechende Ausrüstung zur Gasnarkose so dass sich oft die Frage stellt "Kann ich mein Chinchilla bei einem Tierarzt ohne Gasnarkose behandeln lassen oder sollte ich lieber noch nach einem anderen Tierarzt suchen".
Zuerst wollen wir hier einmal auf die verschiedenen Narkoseformen eingehen:
Injektionsnarkose
Die klassische Form der Narkose. Die reine Injektionsnarkose ohne Gegenmittel wir dheute kaum noch verwendet: Da gerade eine lange Aufwachphase ein besonderes Risiko darstellt, sollte diese Form der Narkose vermieden werden.
Die Injektionsnarkose mit Gegenmitetl ist die heute bei den meisten Tierärzten verwendete Methode. Hat der Tierarzt ausreichend Erfahrung mit dieser Narkoseform bei Chinchillas, so kann das Risiko relativ gering ausfallen.
Gasnarkose (Isofluoran)
Die Gasnarkose wird als die schonenste und am besten dosierbare Narkoseform angesehen. Allerdings benötigt der Tierarzt eine spezielle Ausrüstung. Entscheidender Vorteil ist die kurze Aufwachphase (ca. 3 Minuten nach entfernen der Maske) sowie die leichte Dosierbarkeit. Der Tierarzt braucht so keine große Erfahrung in der Narkose von Chinchillas.
Häufig findet man 2 verschiedene Varianten der Gasnarkose:
Gasnarkose mit vorheriger leichter Sedation
Diese Variante ist von Vorteil, wenn der Tierarzt nicht über eine Narkosekammer verfügt, sondern das Gas nur über eine Maske zuführen kann. Häufig geraten die Tiere in Panik, sobald sie die Maske aufgesetzt bekommen. Dieser unnötige Stress wird durch eine vorherige leichte Sedation deutlich reduziert. Nachteil ist, dass diese Sedation natürlich wieder eine gewisse Erfahrung benötigt.
Gasnarkose mit Narkosekammer ohne Sedation
Bei dieser Variante wird das Tier in eine Kammer gesetzt, die mit Narkosegas gefüllt wird. Diese Variante ist für das Tier stressfreier als das Aufsetzen einer Maske, kann jedoch immer noch einen gewissen Stress bedeuten.
Mehrstufige Injektionsnarkose
Diese Variante der Injektionsnarkose wird eigentlich die vollständig antagonisierbare Narkose genannt, inzwischen hat sich allerdings auch der Begriff "Dreistufige Injektionsnarkose" eingebürgert. Sie wurde ursprünglich von Dr. Hollmann auf den Badener Kleintiertagen vorgestellt, später aber noch in einer Artbeit von Ia Rölten an der Münchner Uniklinik verfeinert und wird dort und bei einigen Tierärzten inzwischen erfolgreich angewendet. Vorteil sind eine genaue Dosierbarkeit und eine kurze Aufwachphase. Ausserdem werden keine speziellen Geräte benötigt. Es ist noch zu beachten, dass es unterschiedliche Dosierungsangaben für diese Narkoseform gibt. Die ursprüngölich von Hollmann angegebenen Dosierungen scheinen für Chinchillas deutlich besser verträglich zu sein als andere Dosierungen.
Egal für welche Narkoseform Sie sich entscheiden, bitte denken sie an eines: Die beste Narkose bringt nichts, wenn der Tierarzt keine Erfahrung mit der OP selbst hat.