Zwangsernährung
Krankheiten fallen dem Besitzer oft erst in fortgeschrittenem Stadium auf. Häufig hat das Tier dann bereits deutlich an Gewicht verloren und muss zwangsernährt werden.
Gut geeigent für die Zubereitung eines Päppelbreis ist Critical Care (http://www.fraumeier.org/cc.htm). Dieses Produkt enthält alles Nötige für die Zwangsernährung.
Alternativ können Sie selbst einen Brei herstellen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
Weichen Sie Pellets in Waser ein bis sich eine trockene Pelletmasse bildet. Zu dieser Masse geben Sie ein wenig Babybrei (am besten Apfel - suchen Sie nach einem Brei ohne Zuckerzusatz), bis sich ein fester Brei bildet. Zu diesem Brei können sie noch etwas (wenig) Haferschleim geben. Besorgen Sie sich in der Apotheke DavinovaT und Hylak plus. Geben sie eine kleine Messerspitze DavinovaT und einige Tropfen Hylak Plus zum Brei. Sollte das Tier den Brei nicht so gerne annehmen, so kann (wenig!) Traubenzucker hinzu gefügt werden. Denken Sie aber daran, dass Traubenzucker abführend wirkt.
Besorgen Sie sich in der Apotheke Insulinspritzen (0,5 oder 1 ml) und schneiden Sie die Spitze der Spritze ab (evtl. scharfe Kanten abschleifen). Auf die Spritze ziehen Sie jetzt den Brei auf. Versuchen Sie, ob das Tier den Brei von alleine nimmt (ist häufig der Fall).
Nimmt das Tier den Brei nicht freiwillig, so muss er ihm eingeflößt werden. Am besten geht das mit zwei Personen. Eine Person nimmt das Tier und hält es fest, die zweite Person umgreift mit Daumen und Zeigefinger von hinten den Hals und fixiert den Kopf (nicht zu fest zugreifen!). Dann wird die Spritze vorsichtig hinter den Schneidezähnen ins Maul eingeführt. Achten Sie darauf, dass sie die Haut nicht verletzen. Jetzt lassen sie das Tier mit den Backenzähnen auf die Spritze beissen und drücken sie vorsichtig einen Teil der Spritze ins Maul. Geben Sie nicht mehr als 0,3 ml auf einmal, damit das Tier sich nicht verschluckt. Durch die Fixierung der Spritze zwischen den Backenzähnen wird der Brei in die Backe gedrückt und nicht direkt in die Speise/ Luftröhre.
Der Brei sollte dem Tier 3-4 mal pro Tage eingeflößt werden. Die Abstände zwischen den einzelnen Fütterungen sollten etwa gleich sein. Planen Sie entsprechend Zeit ein, erfahrungsgemäß müssen Sie insgesamt etwa mit 3 Std. pro Tag für die Fütterung rechnen, wenn das Tier nicht freiwillig etwas zu sich nimmt.
Denken Sia auch daran, dass das Tier - wenn es selbst nciht mehr frisst - mindestens 60ml Brei zu sich nehmen muss, um nicht weiter an Gewicht zu verlieren, Ziel sollten 70-90ml sein (bei einem Tier mit 500g Gewicht - bei größeren Tieren muss entsprechend hochgerechnet werden). Wiegen Sie ihr Tier vor und nach jeder Fütterung, um einen genauen Überblick zu bekommen - idealerweise sollte es nach eienr Fütterung wieder genauso viel wiegen wie nach der letzten Fütterung.
Muss das Tier nach einer Zahnbehandlung oder Verletzung im Maul zwangsernährt werden, so sollte evtl. zusätzlich ein leichtes Schmerzmittel gegeben werden. Nach Möglichkeit sollte das Tier auch bei einer Zwangsernährung so viel wie möglich selbständig fressen. Bieten Sie dem Tier auf jeden Fall zusätzlich Pellets und Heu und kleinere Leckereinen an. Kontrollieren Sie auch die Gewichtsabnahme zwischen den einzelnen Fütterungen. Ist zu erkennen, dass das Tier selbständig frisst, sollte die Menge beim Zufüttern entsprechend reduziert werden (Gute Richtlinie ist dabei der Gewichtsverlust zwischen "nach der letzten" und "vor der anstehenden" Fütterung - 1ml Brei ist ca. 1g). Generell gilt: alles ist gut, dass das Tier selbständig frisst.