Giardien
Giardien sind kleine Parasiten, die sich im Darm ansiedeln. Die Parasiten bilden Zysten aus, die mit dem Kot ausgeschieden und dann von anderen Tieren wieder über die Nahrung aufgenommen werden.
Die Zysten sind äußerst resistent, sie verfügen über eine harte Schale in der zwei Parasiten in einem Ruhezustand liegen. Durch die Schale sind die Parasiten vor Umwelteinflüssen und sogar Desinfektionsmitteln geschützt. Die Zysten sind an freier Luft bzw. im Wasser zwischen 10 und 90 Tagen überlebensfähig - abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ideale Umgebung für die Zysten ist kühles Wasser.
Infektionswege bei der Erstinfektion
Giardien trifft man in freier Natur häufig an. Besonders bei frei lebenden Herdentieren (Rinder, Schafe etc.) sind sie eigentlich ständige Begleiter. Die meisten dieser Tiere kommen auch mit den Parasiten klar.
Zu den Chinchillas finden die Parasiten auf unterschiedlichsten Wegen. Die häufigste Infektionsursache dürfte Heu sein. Gerade wenn auf den Wiesen vorher Schafe weideten und das Heu relativ frisch ist.
In anderen Ländern (z.B. USA) kommt es auch immer wieder zu Infektionen über das Trinkwasser - aus diesem Grund gibt es in vielen dieser Länder auch spezielle Giardienfilter. Aufgrund der hochwertigen Trinkwasserversorgung in Deutschland besteht hier kaum ein Infektionsrisiko durch Trinkwasser.
Da ein gewisser "Grundpegel" an Giardien als normal angesehen wird, kann auch ohne Infektion durch äußere Einflüsse (Partnerwechsel, Umzug, Stress etc.) eine Vermehrung der schon vorhandenen Parasiten ausgelöst werden. So ist es durchaus möglich, dass Tiere beim Züchter noch negativ sind, beim Käufer aber dann positiv.
Infektionswege innderhalb der Herde
Innerhalb der Herde erfolgt eine Verbreitung hauptsächlich über den Kot oder durch die Käfige. Gerade bei den häufig verwendeten Holzkäfigen ist die Übertragungsgefahr besonders groß - eine Reinigung der Käfige ist kaum möglich.
Eine Übertragung durch die Luft ist nicht möglich, auch eine Übertragung durch Kleidung oder Hände findet nur begrenzt statt. Man darf nicht vergessen, dass die Zyste zuerst aus dem Kot an die Kleidung kommen muss, dann muss das andere Tier an genau der gleichen Stelle die Zyste über das Maul wieder aufnehmen - die Gefahr ist also nur begrenzt. Tiere im gleichen Raum aber in einigem Abstand können durchaus länger von einer Infektion verschont bleiben. Bei Pelztierzüchtern verbreiten sich die Parasiten durch die Böckchen in den Laufgängen deutlich schneller als bei Heimtierhaltern mit festen Gruppen.
Symptome
Häufig sind die Symptome des Giardienbefalls nur schwer erkennbar. Auffällig sind zyklisch wiederkehrende Durchfälle, die meist nur kurz anhalten. Häufig richt der Kot sehr stark. Viele der Tiere kommen mit den Parasiten und den Symptomen gut klar, riskant ist die Infektion nur für Jungtiere und für Tiere die von einer weiteren Krankheit befallen werden. Bei einem Giardienbefall häufen sich durch das geschwächte Immunsystem oft auch andere Krankheiten.
Giardien normal?
Eine der am häfigsten gestellten Fragen. Generell gilt: Wenn der Giardien- Test positiv ist, sollte auch behandelt werden. Bei einem positiven Test ist die als natürlich angesehene Menge an Giardien überschritten und es sollte entpechend gehandelt werden.
Allerdings hat der ELISA- Test eine Mindestschwelle. Wird dieser Schwellwert nicht überschritten, so wird die (geringe) Anzahl an Giardien als normal angesehen.