Giardien Diagnose
Da die Giardien- Zysten nicht regelmäßig sondern nur in Zyklen mit dem Kot ausgeschieden werden, ist die Diagnose nicht ganz so einfach. Zur Diagnose der Giardien gibt es verschiedene Methoden. Prinzipiell lassen sich alle Methoden in 2 Gruppen einteilen.
ELISA-Antigen Test
Standard- Testmethode ist derzeit der ELISA-Antigen Test. Da die Funktionsweise des Tests oft falsch verstanden wird, hier erst mal eine kurze Erläuterung:
Häufig wird Antigen mit Antikörper in Verbindung gebracht bzw. damit verwechselt. Antigene (Antisomatogene) sind genügend große Moleküle, die vom Immunsystem bekämpft werden, weil sie vom Körper als fremd angesehen werden. Diese Moleküle lösen also eine Immunreaktion aus. Die dann vom Körper gebildeten Antikörper heften sich an die Antigene und verhindern so z.b. die Vermehrung der Parasiten.
Der ELISA-Antigen Test muss übrigens nicht zwangsläufig auf das gleiche Antigen testen, dass auch die Immunreaktion auslöst. Der Giardia-Antigen Test prüft auf ein Protein, dass bei der Teilung der Giardien entsteht.
Die Genauigkeit der ELISA- Tests liegt zwischen 80-90%. Er funktioniert zu jeder Zeit, auch in dem Zyklus, in dem keine Zysten ausgeschieden werden. Ein zuverlässiges negatives Ergebnis kann erst 10-14 Tage nach Abschluss der Behandlung erfolgen. Kurz nach der Behandlung kann der Test noch ein positives Ergebnis liefern, obwohl die Behandlung erfolgreich war.
Sichttests
Früher wurden Giardien häufig durch eine Mikroskopische Untersuchung festgestellt. Dabei wird eine frische Kotprobe direkt auf Giardien bzw. deren Zysten untersucht. Diese Methode funktioniert nur zuverlässig, wenn das Tier bereits Symptome zeigt, der Kot also schon weich ist. Das Risiko einer Fehldiagnose ist relativ hoch, da eine Erkennung nur möglich ist wenn auch Zysten ausgeschieden werden. Aus diesem Grund liegt die Zuverlässigkeit eines Sichttests nur bei etwa 60-70%.
Die Zuverlässigkeit kann durch eine entsprechende Sedimentation der Kotprobe noch verbessert werden.
Auch hier möchten wir von einer Selbstdiagnose abraten, wenn nicht entsprechende Erfahrung und vor allem ein geeignetes Mikroskop vorhanden ist.
Kotprobe sammeln
Generell sollten immer Käfggruppen zusammen untersucht werden. Köttel sollten über die letzten 3 Tage gesammelt und dann möglichst schnell zum TA bzw. Labor gebracht werden. Beim Einsammeln der Köttel gib es 2 Möglichkeiten.
Entweder die Tiere jeden Abend einzeln in eine Transportbox setzen und einen Köttel nehmen oder jeden Abend alle Köttel von den Brettern fegen. Am Morgen dann einige Köttel von den Brettern nehmen und am darauffolgenden Abend wieder die Köttel von den Brettern fegen. Das ganze 3 Tage wiederholen.
Beim Einschicken der Kotprobe sollte auf jeden Fall "Sammelkotprobe" vermerkt werden, da sonst das Labor nur 1-2 Köttel aus dem Probenglass nimmt und untersucht. Bei einer Sammelprobe wird i.d.R. zuerst die gesammte Probe aufgeschwemmt und dann ein Teil untersucht.
Bitte denken sie daran, dass jeder Test nur einen gewissen Wirkungsgrad hat, also nie ein 100% sicheres Ergebniss liefert.