Chinchillahilfe / Natürlicher Lebensraum

Chinchillas in ihrem natürlichen Lebensraum

Chinchillas sind nachtaktive Nagetiere die aus Südamerika stammen (Chile, Peru, Bolivien und Argentinien). Dort bewohnen sie meist die Nordhänge der Anden und sind in bis zu 4.000 Metern Höhe zu finden.

Das Gelände zeichnet sich durch einen steinigen und sandigen Boden aus. In diesem Trockengebiet gibt es nur sehr selten Niederschlag und es herrscht ein „mediterranes“ Klima (heiße Trocken- und milde Regenzeit). Temperaturschwankungen von bis zu 30 °C sind nicht selten (bis zum Gefrierpunkt). Ebenso zeichnet sich das Klima durch eine geringe Luftfeuchtigkeit aus.

Den Feuchtigkeitsbedarf decken Chinchillas mit dem durch die Temperaturschwankungen entstandenen Morgentau und der vitamin- und mineralstoffreichen Flüssigkeit der Kakteen und Sukkulenten (Pflanzenarten die sehr viel Flüssigkeit in den Blättern speichern können). Die natürliche Nahrung der Chinchillas ist sehr nährstoffarm und rohfaserreich. Sie ernähren sich von den Stängeln und Wurzeln bestimmter Kakteenarten, und deren Fallfrüchte, Rinden und Samen von Sträuchern und Büschen und verschiedenen Gräsern.

Als Behausung dienen Gruppen von Puya - Arten (mit der Aloe Vera Pflanze vergleichbar). Zwischen diesen graben sie sich einen Tunnel. Diese „Wohnhöhlen“ können einen Durchmesser von 6-12 Metern haben und dienen mehreren Familien als Unterschlupf. Sie haben mehrere Ein- und Ausgänge mit ca. 12-13 cm Durchmesser. Gelegentlich suchen Chinchillas ihre Behausung auch in Felsspalten.
Die Tiere entfernen sich oft nicht weit (ca. 200-300 m) von ihrem Unterschlupf, häufig wandern jedoch Tiere zwischen den einzelnen Familiengruppen hin und her.

Ihre natürlichen Feinde sind Füchse und Greifvögel. (Anmerkung: Daher sollte man Chinchillas nie unerwartet von oben greifen). Um ihren Jägern zu entkommen haben sie einen Schutzmechanismus entwickelt:
Chinchillas sind sogenannte „Fellwerfer“. Um einer brenzligen Situation zu entkommen, können sie große Büschel ihres Fells einfach „abwerfen“. Oftmals fliegt ein Greifvogel dann nur mit einem „Haarbüschel-Chinchilla“ davon.

In ihrem natürlichen Lebensraum sind sie aber leider vom vollkommenen Aussterben bedroht. Man berichtet das zwischen 1840 und 1916 über 21 Millionen (!) Chinchillas aufgrund ihres Pelzes gejagt und getötet wurden. 1918 wurde von der südamerikanischen Regierung ein Jagdverbot und ein Exportstop für Felle ausgesprochen und sie sind seit 1973 über das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. In Chile werden sie als vom Aussterben gefährdete Art geführt.

1983 wurde von der chilenischen Regierung ein Reservat „Reserve National las Chinchillas“ in Aucó errichtet.

Da Chinchillas nur bis zu 3 x im Jahr trächtig werden können (Tragezeit 111 Tage) und meist nur 1-3 Junge zur Welt bringen erholt sich die Population nur sehr langsam. Zusätzlich wird ihr Lebensraum durch weidende Viehherden, die Landwirtschaft und den Bergbau bedroht. Um dem entgegenzuwirken wurde das Projekt „Save the Wildchinchillas“ ins Leben gerufen. Dieses Projekt leistet Aufklärungsarbeit bei der örtlichen Bevölkerung (auch in Schulen), sammelt Spenden um die Grenzen des Reservats zu vergrößern (damit die Kolonien sich ausbreiten können - nur etwa die Hälfte aller Kolonien lebt auch innerhalb des Reservates), fördert wissenschaftliche Untersuchungen (wie die natürlichen Verhaltensweisen etc.). Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Nachzüchtung und Wiederanpflanzung der natürlichen Vegetation in Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten, .

Weitere Infos und Fotos von wilden Chinchillas unter:

www.wildchinchillas.org